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Asli Bayram

Misswahlen in Bangkok

Asli Bayram Anwärterin zur Miss Universe

81 Traumfrauen präsentieren sich mal in bunter Landestracht, mal im knappen Bikini. Sie reiten auf Elefanten, besichtigen Thailands Tempel und winken, winken, winken. Und sie machen die männlichen Einwohner ganz verrückt! Am 30. Mai wird die neue Miss Universe gewählt.

Fr Deutschland am Start: Die türkisch-stämmige Asli Bayram aus Köln. Asli wurde im Januar zur Miss Germany gewählt. Damit hatte sie ihr Ticket nach Thailand sicher. Die Lebensgeschichte der 24jährigen Studentin sorgte schon im Vorfeld zu den Wahlen für Aufsehen. Als Kind musste sie erleben, wie ihr Vater in Darmstadt von Neonazis ermordet wurde. Asli spricht fliessend Englisch, Deutsch und Türkisch, studiert im Nebenfach Japanisch. Ihr Motto: "Man kann alles schaffen, wenn man wirklich will."

Es wäre wirklich an der Zeit. Das letzte (und einzige) Mal holte uns Marlene Schmidt 1961 als Miss Universe ein bisserl Glanz nach Deutschland. Würde Asli Miss Universe werden, so ist vorstellbar, dass Ankara und Istanbul eher als Berlin feiern wird.

Keine Konkurrentin gibt es in diesem Jahr aus Schweden. Nach Protesten von Frauenrechtlerinnen mußte das dortige Finale abgesagt werden. Keine Miss Schweden – kein Auftritt in Bangkok für das Königreich.

Doch die 23 jährige Kanadierin gewann!

Die 23-jährige Natalie Glebova ist zur schönsten Frau des Universums gekürt worden. Die aus Russland stammende Kanadierin gewann in Bangkok den Titel der „Miss Universum 2005“ und setzte sich gegen 80 andere Schönheiten aus der ganzen Welt durch. Die türkischstämmige Asli Bayram, die von Deutschland ins Rennen geschickt wurde, hatte es nicht in die Runde der letzten 15 Teilnehmer geschafft. Die brünette, blauäugige Glebova strahlte übers ganze Gesicht, als ihr Jennifer Hawkins (die Siegerin des vorjährigen Contests) aus Australien vor mehr als 7000 Zuschauern in der „Stadt der Engel“ die Diamantenkrone aufsetzte.

„Miss Kanada“ hat erreicht, wovon zahlreiche Frauen nur träumen können. Doch würdigte die neue «Miss Universum» nach ihrem Sieg erst einmal die offene Einwanderungspolitik ihrer neuen Heimat in Nordamerika, wohin ihre Familie erst vor zwölf Jahren gezogen war. „Das verhilft den Menschen zu einem neuen Leben“, sagte die 1,79 Meter große Glebova, die während ihrer Kür ein hautenges, weißes Kleid trug.

Die Kanadierin gewann den Bewerb gegen starke Konkurrenz: Das Finale der letzten 5 bestritten neben ihr Teilnehmerinnen aus Lateinamerika und der Karibik, von denen Miss Venezuela und Miss Puerto Rico als Favoritinnen gehandelt wurden. Bis zu 1000 Euro hatten die Zuschauer in Bangkok für eine Eintrittskarte gezahlt. Den Wettbewerb, an dem der Immobilien-Magnat Donald Trump und der TV-Sender NBC die Rechte halten, verfolgen jedes Jahr mehrere hundert Millionen Zuschauer über TV in aller Welt.

Natalie Glebova ein Jahr lang im Ausnahmezustand

Eine Siegerin der Miss-Universums-Wahl erwartet immer ein Jahr lang ein Leben im Ausnahmezustand – und zwar bis die nächste Miss gekürt wird. Während dieses Amtsjahres muss man eine Vielzahl öffentlicher Auftritte absolvieren, in Talk-shows und bei Wohltätigkeitsveranstaltungen eine gute Figur machen.

Ganz ohne Ärger ging die die Veranstaltung indes nicht über die Bühne. Öffentlichen Unmut hatte ausgelöst, dass sich die schon am 10. Mai angereisten Schönen im Bikini vor Bangkoks berühmtesten buddhistischen Tempeln ablichten ließen.

Zum ersten Mal seit fast 10 Jahren war wieder eine Vertreterin Indonesiens ins Rennen gegangen, nachdem 1996 der damalige Machthaber Suharto die Teilnahme des nach der Bevölkerungszahl grössten muslimischen Landes der Welt dies verboten hatte. Aus Rücksicht auf religiöse Gefühle ihrer Landsleute hatte Artika Saru Devi bei ihren Auftritten einen Badeanzug dem Bikini vorgezogen.

Doch nachdem der Wettbewerb längst vorbei war, zogen am Dienstag hunderte von muslimischen Aktivisten durch die indonesische Hauptstadt und protestierten gegen die Veranstaltung. „Wir lehnen die Ausbeutung von Frauen ab, einschließlich sie zu Miss-Wahlen zu schicken. Das beleidigt die Ehre der Frau“, hieß es in einer Erklärung der radikal-islamischen Gruppe Hizbut Tahrir Indonesia.

Nur einmal hat bislang eine Deutsche die höchste Miss-Universums-Ehre erreicht: Es war Marlene Schmidt im Jahr 1961. Deutschlands Vertreterin in diesem Jahr war auch durch ihre Bescheidenheit aufgefallen. Nie hätte sie gedacht, schon beim Wettbewerb zur «Miss Germany» alle 2800 anderen Kandidaten aus dem Feld zu schlagen, sagte Asli Bayram vor der Wahl in Bangkok. „Ich sehe nicht sehr deutsch aus“